Culinaries
Vitamin E
Tocopherol
Vitamin E ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von (bis heute) acht fettlöslichen Substanzen mit antioxidativen und nicht-antioxidativen Wirkungen. Vitamin E ist Bestandteil aller Membranen tierischer Zellen, wird jedoch nur von photosynthetisch aktiven Organismen wie Pflanzen und Cyanobakterien gebildet. Vier der acht bekannten Vitamin E-Formen werden Tocopherole genannt . Die anderen bisher bekannten vier Formen von Vitamin E werden Tocotrienole genannt. Häufig wird der Begriff Vitamin E „fälschlicherweise“ allein für a-Tocopherol, die aktivste Form aller Vitamin E-Formen, verwendet.


Geschichte
Vitamin E wurde als „Fruchtbarkeits-Vitamin“ entdeckt. Herbert M. Evans und Katherine S. Bishop (zwei US-amerikanische Forscher) wiesen 1922 als erste auf einen bis dahin unbekannten fettlöslichen Faktor hin, der für die Reproduktion von Ratten notwendig war. In den Folgejahren wurde dieser Faktor vor allem aus Weizenkeimöl, Hafer und Mais isoliert, als Vitamin erkannt und aufgrund der bereits bekannten Vitamine A, B, C und D nun Vitamin E genannt. 1938 wurde die Struktur von Vitamin E (hier a-Tocopherol) aufgeklärt, zudem kam es im gleichen Jahr zur ersten chemischen Synthese. Vertreter der ebenfalls zu den Vitamin E-Formen zählenden Tocotrienole wurden erstmals 1956 beschrieben und synthetisiert.


Beschreibung
Die Grundstruktur aller Vitamin E-Formen bildet ein an Position 6 hydroxylierter Chromanring dessen Methylierung diese in eine a-, ß-, ?- oder d-Form unterteilt. Durch unterschiedlich gesättigte Seitenketten werden wieder vier Familien unterschieden, nämlich die

Tocopherole mit einer gesättigten Seitenkette
Tocomonoenole (T1) und marinen Tocopherole (MDT) mit einer einfach ungesättigten Seitenkette und die
Tocotrienole (T3) mit einer dreifach ungesättigten Seitenkette
Tocopherole liegen natürlicherseits in einer RRR-Konfiguration vor.

Name Struktur der RRR-Isomere R1 R2 R3
a-Tocopherol  CH3 CH3 CH3
ß-Tocopherol CH3 H CH3
?-Tocopherol H CH3 CH3
d-Tocopherol H H CH3
Name Struktur des R-Isomers R1 R2 R3
a-Tocotrienol  CH3 CH3 CH3
ß-Tocotrienol CH3 H CH3
?-Tocotrienol H CH3 CH3
d-Tocotrienol H H CH3
Name Struktur der RRR-Isomere R1 R2
a-Tocomonoenol  CH3 CH3
ß-Tocomonoenol CH3 H
?-Tocomonoenol H CH3
d-Tocomonoenol H H
Name Struktur der RRR-Isomere R1 R2
a-MDT  CH3 CH3
ß-MDT CH3 H
?-MDT H CH3
d-MDT H H


Aufgabe/Funktion im Körper
Die für den Menschen bedeutendste in der Natur vorkommende Verbindung mit Vitamin-E-Aktivität ist a-Tocopherol. Das im Wesentlichen in Sojaprodukten vorkommende ?-Tocopherol zeigt nur geringe Aktivität. In humanen LDL, einem Lipoprotein, sind a-Tocopherol und in geringer Konzentration auch ?-Tocopherol vorhanden.

Eine seiner wichtigsten Funktionen ist die eines lipidlöslichen Antioxidans, das in der Lage ist, mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Membranlipiden, Lipoproteinen und Depotfett vor einer Zerstörung durch Oxidation (Lipidperoxidation) zu schützen. Freie Radikale würden die Doppelbindungen der Fettsäuren der Zell- und Organellmembranen angreifen. Tocopherol wirkt als Radikalfänger, in dem es selbst zu einem reaktionsträgen, da mesomeriestabilisierten Radikal wird. Das Tocopherol-Radikal wird dann unter Bildung eines Ascorbatradikals reduziert. Das Ascorbatradikal wird mit Hilfe von GSH regeneriert. Dabei wird das Disulfid GSSG gebildet.

Vitamin E hat Funktionen in der Steuerung der Keimdrüsen und wird daher auch als Antisterilitätsvitamin bezeichnet.

Der menschliche Körper kann a-Tocopherol speichern, so dass eine einmalige Gabe für längere Zeit wirken kann.


Vorkommen

Vitamin E in Lebensmitteln

Den höchsten Gehalt an Vitamin E weisen Pflanzenöle auf, vor allem in Weizenkeim-, Maiskeim- sowie Sonnenblumenöl. Allerdings wird der Gehalt durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren etwas relativiert, da auch der Bedarf an Vitamin E ansteigt. Manche Gemüsesorten wie Grünkohl, Schwarzwurzeln oder Paprika sind deshalb bessere Quellen für Vitamin E. Außerdem ist Vitamin E enthalten in Nüssen, Vollkorngetreideerzeugnissen und Eiern. Der Vitamin-E-Gehalt tierischer Lebensmittel ist abhängig von der Ernährung der Tiere. Generell ist die Menge eher gering.

Vitamin E in 100 g Lebensmittel:

Weizenkeimöl: 185,0 mg
Sonnenblumenöl: 50 mg
Mandeln: 25,2 mg
Sonnenblumenkerne: 21,8 mg
Margarine: 13,6 mg
Knäckebrot: 4,0 mg
Schwarzwurzel: 6,0 mg

Einheiten: 1.000.000 µg = 1 g

Da Vitamin E durch Licht und Sauerstoff schnell abgebaut wird, sollten Öle dunkel und fest verschlossen gelagert werden.


Vitamin E wird auch synthetisch (u. a. von BASF, E. Merck (India) und DSM Nutritional Products) als ein racemisches Gemisch hergestellt. Synthetisches Tocopherol ist jedoch relativ instabil und wird daher meist noch mit einer Acetyl-Gruppe versehen. Siehe auch dl-a-Tocopherylacetat. Die biologische Wirkung von dl-a-Tocopherylacetat ist nicht mit der von natürlichem Vitamin E identisch, da der menschliche Körper am besten d-a-Tocopherol verarbeiten kann. Der Grund hierfür: Das in der Leber befindliche a-Tocopherol-Transfer-Protein (a-TTP), welches für den Transport des Vitamin E via VLDL in den Blutkreislauf verantwortlich ist, hat die höchste Affinität zum natürlichen a-Tocopherol.

Wegen seiner antioxidativen Wirkung wird Vitamin E als Zusatzstoff (E 306–309) auch Lebensmitteln, Kosmetika (Sonnenschutzmittel) und Anstrichmitteln beigesetzt. Bei Kondomen soll eine Vitamin-E-Beschichtung u. a. die Reißfestigkeit erhöhen.

In Palmöl wurde a-Tocomonoenol nachgewiesen, während manche marinen Organismen das sogenannte marine Tocopherol (marine derived tocopherol, MDT) enthalten.

Vitamin E ist bis ca 140 Grad hitzestabil. Beim Kochen mit Wasser treten also keine Verluste auf, da maximal 100 Grad erreicht werden. Beim Braten kann allerdings das Bratfett leicht über 140 Grad heiß werden. Um Verluste an Vitamin E zu vermeiden, empfiehlt es sich also auf niedrige Brat-Temperaturen zu achten.


Bedarf 
Der Mindestbedarf ohne Berücksichtigung der Polyensäurezufuhr beträgt 4 mg/d. Um die von verschiedenen Autoren als protektiv angesehenen Plasmaspiegel zu erreichen, ist jedoch eine Zufuhr von 20–35 mg/d erforderlich. Aufgrund der geringen Toxizität[2] werden teilweise Dosierungen von 268 mg/d empfohlen.
Besonders viel Vitamin E weisen pflanzliche Öle auf. Der tägliche Bedarf an Vitamin E liegt bei etwa 10 mg. Der menschliche Körper kann es speichern und verwendet es zum Schutz der roten Blutkörperchen, zur Stärkung von Muskeln und Nerven und für die Verbesserung der Durchblutung. Außerdem schützt Vitamin E vor Herzinfarkten, Krebs und Alzheimer. Ein Mangel kann zu Unfruchtbarkeit, Müdigkeit und verminderter Wundheilung führen.

Allerdings bestehen auch Hinweise aus einer großen doppelblind kontrollierten Studie bei Rauchern, dass eine tägliche Vitamin E (alph-Tocopherol)- Substitution von nur 50 mg über fünf bis 8 Jahre auch negative Wirkungen haben kann (so z.B. höheres Risiko einer Hirnblutung). Vitamin E erhöht grundsätzlich das Blutungsrisiko durch seine Prostaglandin-Interaktion.

Bei Patienten mit Neurodermitis führte eine Supplementierung mit 268 mg/d über acht Monate zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome.


Mangelerscheinungen (Hypovitaminose) 
Mangelerscheinungen beim Menschen sind heutzutage in Europa sehr selten, da Tocopherol sehr gut in der Leber und im Fettgewebe gespeichert werden kann. Nachgewiesene Mangelerscheinungen treten meist nur im Zusammenhang mit Krankheiten auf, bei dem die gleichzeitige Aufnahme von Fetten gestört ist. Folgen einer Hypovitaminose sind:

trockene, faltige Haut
Konzentrationsstörungen
Leistungsschwäche
Müdigkeit
Reizbarkeit
schlecht heilende Wunden
Begünstigung von Arteriosklerose

Überdosierung (Hypervitaminose) 
Anders als die weiteren fettlöslichen Vitamine Vitamin A, Vitamin D und Vitamin K wird Vitamin E nicht im Fettgewebe des Körpers angereichert, sondern kann vor allem über Leber und Niere ausgeschieden werden.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) definiert 300mg (= ca. 450 Internationalen Einheiten, IE) als tolerierbare Höchstaufnahmemenge (Tolerable Upper Intake Level, UL), also die Menge, die ein gesunder Erwachsener ohne gesundheitliche Risken lebenslang täglich verzehren kann.

Für Kinder hat eine Studie Mengen von 25mg pro kg Körpergewicht und Tag als nicht toxisch und 10mg pro 100 kcal Nahrung bei oraler Gabe als sichere Richtschnur bezeichnet.

In zwei Meta-Analysen, die allerdings Gegenstimmen fanden, wurde für Dosierungen > 400 IE eine erhöhte Sterblichkeit (alle Ursachen) gefunden.


Verwendung 
Tocopherole finden in der Lebensmittelindustrie als Antioxidationsmittel Verwendung. Sie sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoffe der Nummern E 306 (Tocopherol-haltige Extrakte), E 307 (Alpha-), E 308 (Gamma-) und E 309 (Delta-Tocopherol) für alle für Zusatzstoffe zugelassenen Nahrungsmittel, zum Teil (tocopherolhaltige Extrakte natürlichen Ursprungs) auch für „Bio“-Lebensmittel (E 306), zugelassen.

Tipp:

Bei der Zubereitung von Speisen gehen etwa 10% am enthaltenen Vitamin E verloren. Auf das Wiedererhitzen von Bratfett sollte verzichtet werden, da das restliche Vitamin dann vollständig zerstört wird.

Dosierung von Vitamin E
Die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B. in Pflanzenölen) erhöht den Bedarf an Vitamin E. Ebenso steigern Vitamin A, Nitrit und Ozon (Erhöhte Ozon- und NO2 –Konzentration in Großstädten) den Bedarf an Vitamin E.
Säuglinge
0-11 Monate
3 bis 4 mg/Tag
Kinder
1-3 Jahre
5 mg/Tag
4-6 Jahre
7 mg/Tag
7-9 Jahre
8 mg/Tag
10-12 Jahre
10 mg/Tag
13-14 Jahre
12 mg/Tag
Jugendliche und Erwachsene

15-65 Jahre
12 mg/Tag
Über 65 Jahre
12 mg/Tag
Schwangere ab dem 4. Monat
14 mg/Tag
Stillende
14 bis 17 mg/Tag

(ca. 0,5 mg Vitamin E Zugabe pro 100g abgesonderte Milch)
Allgemeines zu Vitamin E

Anfang der 1930er entdeckte der Wissenschafter Herbert Evans das nach ihm benannte Vitamin E. Er erkannte, dass das fettlösliche Vitamin E eine entscheidende Rolle bei der Fruchtbarkeit von Tieren spielte. Daher auch der griechische Name des Vitamin E – Tokopherol von tokos = Geburt, pherein = tragen. Anders als bei den Tieren wurden beim Menschen keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit festgestellt, auch andere Mangelerscheinungen konnten kaum nachgewiesen werden. Einzigartig ist die Funktion von Vitamin E als Antioxydans im menschlichen Körper. Es schützt eine Reihe von Vitaminen (vor allem Vitamin A), Hormonen und Fermenten vor freien Radikalen. Untersuchungen weisen darauf hin, dass Vitamin E für die optimale Nutzung von Vitamin A im menschlichen Organismus unverzichtbar ist.

Funktion von Vitamin E

- Wundheilung: Vitamin E als Waffe gegen Herpes simplex und Gürtelrose.
- Kreislaufstärkend: Vitamin E schützt vor Gefäßerkrankungen, Vitamin E hilft den Cholesterinspiegel unter Kontrolle zu halten
- Antioxydans

Mangel an Vitamin E

Wie bereits erwähnt sind ausgeprägte Mangelerscheinungen beim Menschen nicht bekannt. Bei einem Defizit von Vitamin E sind vor allem Nervensystem, Muskulatur, Blut, Gefäßsysteme und Fortpflanzungsorgane betroffen. Fehlt Vitamin E im menschlichen Organismus – dieser Fall ist bei einer ausgewogenen Ernährung allerdings nicht möglich, können Zellschädigungen vor allem bei roten Blutkörperchen, Muskel- und Nervenzellen auftreten.



Vorkommen von Vitamin E

Das Vitamin E – Tokopherol gehört zu den in der Natur und damit in der Nahrung am häufigsten vorkommenden Vitaminen. Vitamin E findet sich vor allem in pflanzlichen Ölen wie Soja-, Getreide- oder Distelöl und den daraus erzeugten Produkten wieder. Auch in ölhaltigen Körnern und Samen (z.B. Weizenkeime), aber auch in grünen Gemüsesorten (Blattsalate, Spinat, Broccoli) ist es reichlich vorhanden.



Die Vitamin E reichsten Nahrungsmittel

Nahrungsmittel Menge Vitamin E in mg
  
Weizenkeimöl 1 Eßlöffel 37,2
Sonnenblumenkerne 25g 26,8
Mandeln 50g 18,2
Pecannüsse 50g 17,9
Haselnusskerne 50g 17,2
Sonnenblumenkernöl 1 Eßlöffel 12,7
Erdnüsse 50g 7


Überdosierung von Vitamin E

Vitamin E wird in der Praxis als ungiftige Substanz angesehen. Bei sehr hoher Dosierung von mehreren tausend Milligramm Vitamin E täglich können Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Diese Menge ist allerdings ungerechtfertigt hoch und kein Mensch würde unter normalen Umständen eine solche Menge Vitamin E zu sich nehmen.

Vitamin E oder D-alpha-Tocopherol (Anti-Rheuma-Vitamin), es ist das biologisch aktivste unter den 8 verschiedenen Tocopherolen (vier Tocopherole, vier Tocotrienole); die synthetischen Tocopherole (L-alpha-Tocopherol) sind biologisch weniger wirksam. 1 IE Vitamin E = 1 mg L-alpha-Tocopherol. Schützt den Keim vor Schäden. Fettlöslich, natürliche Präparate, z.B. aus Weizenkeimöl, mit der Hauptmahlzeit essen, dann werden 25 - 45% des Vitamins aufgenommen. Antioxidans, fängt die lipidlöslichen Freien Radikalen auf (Reagenzglasversuch). Die Blutplättchen werden am Verklumpen gehindert. Vitamin C und E ergänzen sich in ihrer antioxidativen Wirkung.

Ein Molekül Vitamin E ist in der Lage, 100 Moleküle von Freien Radikalen unschädlich zu machen, in Zusammenarbeit mit Vitamin C kann ein Molekül Vitamin E 1.000 Fettmoleküle vor Schäden bewahren. Die Zusammenarbeit geschieht in der Weise, dass Vitamin E die Fettsäuren in den Zellwänden und das LDL-Cholesterin vor Oxidation schützt. Dabei gibt es ein Elektron an angreifende freie Radikale ab und wird dadurch selbst zu einem freien Radikal. In diesem Moment gibt Vitamin C dem Vitamin E das fehlende Elektron zurück und regeneriert es auf diese Weise.

Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit Vitamin A und Selen. Vitamin E ist notwendig für Herz und Kreislauf, es fördert die Bildung der B-Lymphozyten und wird gegen Gelenkschmerzen, bei Arthrosen und Arthriden eingesetzt. Kann bei Arthrosepatienten den Zeitpunkt des Gelenkersatzes hinausschieben, der Bedarf bei Gelenkverschleiß ist erhöht (400 - 800 i.E.). Es ist außerdem notwendig für die Bildung verschiedener Körpergewebe und der roten Blutkörperchen, deren Zellwände es gegen Freie Radikale schützt (Anwendung bei hämolytischer Anämie). Es schützt weiterhin die Nervenzellen, die Zellmembranen und die Basalmembranen der Arterien vor den Freien Radikalen. Es vermindert das Risiko für Grauen Star (amerik. Studie). Auch bei altersbedingten Gehirnerkrankungen (Alzheimer usw.) wird ihm eine schützende Wirkung zugesprochen, desgleichen bei der Abwehr schädlicher Umwelteinflüsse. 03 Fast 4 Jahre lang untersuchten amerikanische Wissenschaftler aus Chicago 815 Menschen über 65 auf einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Alzheimer. Dabei stellte sich heraus, dass die Teilnehmer, die täglich ausreichend Vitamin E in der Nahrung zu sich nahmen, eine geringeres Risiko für Alzheimer und Altersdiabetes hatten. (Beta-Carotin und Vitamin C hatten darauf keine Wirkung).

Andererseits verhindert es die Oxidation von Fetten und Ölen (innerhalb und außerhalb des Körpers), Vitamin A, Enzymen und Hormonen. Die Wundheilung wird gefördert und die Haut weitgehend gegen schädliche Sonnenstrahlung geschützt. Es lagert sich an die LDL-Cholesterin - Tröpfchen im Serum und verhütet so deren Oxidation und damit ihren Transport in die Gefässwände der Arterien durch die Makrophagen. Zusammen mit Beta-Carotin verhindert es die Verstopfung von Blutgefässen mit Fett. Vermindert das Risiko, an Diabetes I zu erkranken (Neuere finnische Studie), kann auch dessen Spätfolgen noch mildern. Es wird bei ausreichendem Gehalt an Vitamin C oder Glutathion (selenabhängig) wieder regeneriert, sonst (als Chromanoxyl) ausgeschieden. Die Bildung des gefäßschützenden und entzündungshemmenden Prostazyklins wird durch Vitamin E stimuliert, die Synthese des Thromboxans, das die Arteriosklerose und Blutgerinnung fördert, verringert. Es verlangsamt Alterserscheinungen, z.B. Altersflecken, verbessert die Durchblutung und schützt Herz und Hirn vor Infarkt (Amerik. Studie)°. Kann auch gegen Tennisarm eingesetzt werden. Bei hohem Ozongehalt und bei hoher UV-Strahlung sollte auf eine ausreichende Zufuhr geachtet werden. Vitamin E hilft bei der Ausscheidung von Giften. Außer bei Herz- und Kreislaufkrankheiten wirkt es bei Sterilität, Neigung zu Frühgeburten, Beschwerden der Wechseljahre, Veränderungen des Bindegewebes und Muskelschwund.

Ein gesunder Erwachsener hat etwa 3 - 8 g Vitamin E in seinem Körper. Die tägliche Einnahme sollte gem. der Academy of Sciences nicht mehr als 1000 mg sein. Die DGE empfiehlt täglich 8 - 12 i.E. Gem. einer Schweizer Studie ist die Gedächtnisleistung Älterer höher, wenn der Blutplasmaspiegel erhöhte Werte von Vitamin A,C,E und Beta-Karotin hat. Nach einer amerikanischen Studie 01 bleiben Alzheimerpatienten mit zusätzlichem Vitamin E länger selbstständig.

01. Gem. der Buchautorin Jean Carper gibt es nur ein Antioxidans (Gehirnvitamin), das die empfindlichen Gehirnfette vor Oxidation schützt, nämlich Vitamin E. Es bewahrt das Fett in den Zellmembranen vor der Lipidperoxidation. Diese kann beginnen in einem Molekül und löst dann eine Reaktionskette aus, die dazu führt, das die Blutgefässe im Gehirn verstopfen. Bei einem Versuch der Harvard Medical School zusammen mit dem Rush Institute for Healthy Aging in Chicago an 633 Testpersonen, die Vitamin - E - Ergänzungspräparate einnahmen, wurden alle Teilnehmer von der Alzheimer-Krankheit verschont. Die Dosen lagen allerdings wesentlich höher als die von der DGE empfohlenen. Von amerikanischer Seite werden 800 mg° täglich empfohlen. Gem. Medical Tribune kann Vitamin E verhindern, dass nach Alkoholexzessen allzuviele Hirnzellen absterben.

Bei Gelenkrheuma soll eine Vitamin - E - Kapsel mit 800 i.E. über einen langen Zeitraum genommen die Anschwellungen zum großen Teil beseitigt haben. 30% der Patienten waren nach dreimonatiger Behandlung völlig beschwerdefrei, bei ca. 60% war eine weitere Behandlung nicht mehr erforderlich.

Mangel kommt kaum vor, z.B. bei fettarmer Ernährung oder gestörter Fettabsorption: Allergische Reaktionen, Verdauungsstörungen, z.B.verminderte Fettaufnahme, Störungen der Produktion von Galle und Sekreten der Bauchspeicheldrüse. Beeinträchtigungen von Muskeln und Nerven. Darmentzündungen. - Leistungssportler haben erhöhten Bedarf, weil sie mehr Sauerstoff verbrauchen und mehr freie Radikale bilden.

Dieses Vitamin geht durch Erhitzen, Sauerstoff, Licht und Verarbeitung der Lebensmittel zum großen Teil verloren.

Überdosierung: Ein Übermaß an Vitamin-E-Präparaten kann zu Kopfschmerzen, Lippenrissen, Magen-/Darmbeschwerden, Thrombose, gehemmter Blutgerinnung, Blutungen und mangelnder Fruchtbarkeit führen. Die Aufnahme von Vitamin A und K kann gehemmt werden. Seine Wirkung kann bei gleichzeitiger Aufnahme von Eisenpräparaten verringert werden. Extrem hohe Dosen beeinträchtigen die Blutgerinnung. US-Vitaminexperte Victor Herbert warnt vor der Einnahme von Vitamin-E-Supplementen. Überschießende Lymphozytenaktivitäten könnten die Folge sein.

04. °John-Hopkins University, Baltimore: Bei einer Studie, an der 136.000 Patienten teilnahmen, sollte klargestellt werden, dass Vitamin - E-Kapseln Herzkrankheiten vorbeugen. Das Ergebnis ergab das Gegenteil. Wer 400 (= 280 - 400 mg) oder sogar 800 (= 560 - 800 mg) internationale Einheiten zu sich nimmt, erhöht das Risiko, frühzeitig zu sterben, um 10%.

Vorkommen in: Bierhefe, Butter, Leber, Eigelb, Hering, Truthahn und Milchprodukten; in Aloe, Avocados, Bananen, Baumwollsamenöl, grünem Blattgemüse (Grünkohl), Brunnenkresse, Edelkastanien, Erbsen, Erdnüssen, Gerstengrassaft, grünem Tee, Grünkohl, Hafer, Haselnüssen, Himbeeren, Keimen, Keimölen, Kohl, Kokosnüssen, Kresse, (Öl-)Kürbiskernen (!), Leinsamen, Mais, Mandeln, Mangos, Nüssen überhaupt, Olivenöl, auch in anderen Pflanzenölen (Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeim-, Raps, Sanddornkernöl, Soja-, Walnuss- und Weizenkeimöl (das von Natur aus an Vitamin E reichste Lebensmittel (215 mg/100 g), wie überhaupt die Pflanzenöle die reichsten Vorkommen an Vitamin E aufweisen, das allerdings durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren nicht insgesamt zur Verfügung steht und auch nur, wenn sie kaltgepresst sind), Paprika, Pflaumen, Quinoa, Salat, Samen, Soja, Sonnenblumenkernen, Schwarzwurzeln, Spargel, Spirulina (Mikroalgen), Vollkornprodukten, Weizenkeimen, Weizengras (!), Wirsing.

Täglich 14 mg für Männer und 12 mg für Frauen reichen gem. DGE für gesunde Personen aus, wenn genügend Vitamin C zur Regenerierung vorhanden ist. Andere Autoren geben weitaus höhere Mengen an zur Vorbeugung von Krebs, Arteriosklerose, Herzerkrankungen und Schlaganfall, gegen Alzheimer und Rheuma, sie empfehlen eine bis zu 5- bzw. zehnfache Menge. Das Institute of Medicine in Washington nennt 1000 mg als Obergrenze. - Reduziert zusammen mit Vitamin C die Folgen des Sonnenbrandes (1000 i.E.). Ist es zu 5 - 10% in Sonnenschutzcremes enthalten, kommt es zumeist nicht zu einer Mallorca-Akne. Am besten 1 Woche vor der Urlaubsreise in den Süden mit der Vitamin E - Aufnahme beginnen. Typ 2 - Diabetiker benötigen wegen der gesteigerten Thromboxansynthese eine erhöhte Menge (bis 400 mg/Tag), das gleiche gilt für Raucher.

Überdosierung von Vitamin E

Vitamin E wird in der Praxis als ungiftige Substanz angesehen. Bei sehr hoher Dosierung von mehreren tausend Milligramm Vitamin E täglich können Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Diese Menge ist allerdings ungerechtfertigt hoch und kein Mensch würde unter normalen Umständen eine solche Menge Vitamin E zu sich nehmen.