Mangel an Vitamin E
Wie bereits erwähnt sind ausgeprägte Mangelerscheinungen beim Menschen nicht bekannt. Bei einem Defizit von Vitamin E sind vor allem Nervensystem, Muskulatur, Blut, Gefäßsysteme und Fortpflanzungsorgane betroffen. Fehlt Vitamin E im menschlichen Organismus – dieser Fall ist bei einer ausgewogenen Ernährung allerdings nicht möglich, können Zellschädigungen vor allem bei roten Blutkörperchen, Muskel- und Nervenzellen auftreten.
Vorkommen von Vitamin E
Das Vitamin E – Tokopherol gehört zu den in der Natur und damit in der Nahrung am häufigsten vorkommenden Vitaminen. Vitamin E findet sich vor allem in pflanzlichen Ölen wie Soja-, Getreide- oder Distelöl und den daraus erzeugten Produkten wieder. Auch in ölhaltigen Körnern und Samen (z.B. Weizenkeime), aber auch in grünen Gemüsesorten (Blattsalate, Spinat, Broccoli) ist es reichlich vorhanden.
Die Vitamin E reichsten Nahrungsmittel
Nahrungsmittel Menge Vitamin E in mg
Weizenkeimöl 1 Eßlöffel 37,2
Sonnenblumenkerne 25g 26,8
Mandeln 50g 18,2
Pecannüsse 50g 17,9
Haselnusskerne 50g 17,2
Sonnenblumenkernöl 1 Eßlöffel 12,7
Erdnüsse 50g 7
Überdosierung von Vitamin E
Vitamin E wird in der Praxis als ungiftige Substanz angesehen. Bei sehr hoher Dosierung von mehreren tausend Milligramm Vitamin E täglich können Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Diese Menge ist allerdings ungerechtfertigt hoch und kein Mensch würde unter normalen Umständen eine solche Menge Vitamin E zu sich nehmen.
Vitamin E oder D-alpha-Tocopherol (Anti-Rheuma-Vitamin), es ist das biologisch aktivste unter den 8 verschiedenen Tocopherolen (vier Tocopherole, vier Tocotrienole); die synthetischen Tocopherole (L-alpha-Tocopherol) sind biologisch weniger wirksam. 1 IE Vitamin E = 1 mg L-alpha-Tocopherol. Schützt den Keim vor Schäden. Fettlöslich, natürliche Präparate, z.B. aus Weizenkeimöl, mit der Hauptmahlzeit essen, dann werden 25 - 45% des Vitamins aufgenommen. Antioxidans, fängt die lipidlöslichen Freien Radikalen auf (Reagenzglasversuch). Die Blutplättchen werden am Verklumpen gehindert. Vitamin C und E ergänzen sich in ihrer antioxidativen Wirkung.
Ein Molekül Vitamin E ist in der Lage, 100 Moleküle von Freien Radikalen unschädlich zu machen, in Zusammenarbeit mit Vitamin C kann ein Molekül Vitamin E 1.000 Fettmoleküle vor Schäden bewahren. Die Zusammenarbeit geschieht in der Weise, dass Vitamin E die Fettsäuren in den Zellwänden und das LDL-Cholesterin vor Oxidation schützt. Dabei gibt es ein Elektron an angreifende freie Radikale ab und wird dadurch selbst zu einem freien Radikal. In diesem Moment gibt Vitamin C dem Vitamin E das fehlende Elektron zurück und regeneriert es auf diese Weise.
Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit Vitamin A und Selen. Vitamin E ist notwendig für Herz und Kreislauf, es fördert die Bildung der B-Lymphozyten und wird gegen Gelenkschmerzen, bei Arthrosen und Arthriden eingesetzt. Kann bei Arthrosepatienten den Zeitpunkt des Gelenkersatzes hinausschieben, der Bedarf bei Gelenkverschleiß ist erhöht (400 - 800 i.E.). Es ist außerdem notwendig für die Bildung verschiedener Körpergewebe und der roten Blutkörperchen, deren Zellwände es gegen Freie Radikale schützt (Anwendung bei hämolytischer Anämie). Es schützt weiterhin die Nervenzellen, die Zellmembranen und die Basalmembranen der Arterien vor den Freien Radikalen. Es vermindert das Risiko für Grauen Star (amerik. Studie). Auch bei altersbedingten Gehirnerkrankungen (Alzheimer usw.) wird ihm eine schützende Wirkung zugesprochen, desgleichen bei der Abwehr schädlicher Umwelteinflüsse. 03 Fast 4 Jahre lang untersuchten amerikanische Wissenschaftler aus Chicago 815 Menschen über 65 auf einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Alzheimer. Dabei stellte sich heraus, dass die Teilnehmer, die täglich ausreichend Vitamin E in der Nahrung zu sich nahmen, eine geringeres Risiko für Alzheimer und Altersdiabetes hatten. (Beta-Carotin und Vitamin C hatten darauf keine Wirkung).
Andererseits verhindert es die Oxidation von Fetten und Ölen (innerhalb und außerhalb des Körpers), Vitamin A, Enzymen und Hormonen. Die Wundheilung wird gefördert und die Haut weitgehend gegen schädliche Sonnenstrahlung geschützt. Es lagert sich an die LDL-Cholesterin - Tröpfchen im Serum und verhütet so deren Oxidation und damit ihren Transport in die Gefässwände der Arterien durch die Makrophagen. Zusammen mit Beta-Carotin verhindert es die Verstopfung von Blutgefässen mit Fett. Vermindert das Risiko, an Diabetes I zu erkranken (Neuere finnische Studie), kann auch dessen Spätfolgen noch mildern. Es wird bei ausreichendem Gehalt an Vitamin C oder Glutathion (selenabhängig) wieder regeneriert, sonst (als Chromanoxyl) ausgeschieden. Die Bildung des gefäßschützenden und entzündungshemmenden Prostazyklins wird durch Vitamin E stimuliert, die Synthese des Thromboxans, das die Arteriosklerose und Blutgerinnung fördert, verringert. Es verlangsamt Alterserscheinungen, z.B. Altersflecken, verbessert die Durchblutung und schützt Herz und Hirn vor Infarkt (Amerik. Studie)°. Kann auch gegen Tennisarm eingesetzt werden. Bei hohem Ozongehalt und bei hoher UV-Strahlung sollte auf eine ausreichende Zufuhr geachtet werden. Vitamin E hilft bei der Ausscheidung von Giften. Außer bei Herz- und Kreislaufkrankheiten wirkt es bei Sterilität, Neigung zu Frühgeburten, Beschwerden der Wechseljahre, Veränderungen des Bindegewebes und Muskelschwund.
Ein gesunder Erwachsener hat etwa 3 - 8 g Vitamin E in seinem Körper. Die tägliche Einnahme sollte gem. der Academy of Sciences nicht mehr als 1000 mg sein. Die DGE empfiehlt täglich 8 - 12 i.E. Gem. einer Schweizer Studie ist die Gedächtnisleistung Älterer höher, wenn der Blutplasmaspiegel erhöhte Werte von Vitamin A,C,E und Beta-Karotin hat. Nach einer amerikanischen Studie 01 bleiben Alzheimerpatienten mit zusätzlichem Vitamin E länger selbstständig.
01. Gem. der Buchautorin Jean Carper gibt es nur ein Antioxidans (Gehirnvitamin), das die empfindlichen Gehirnfette vor Oxidation schützt, nämlich Vitamin E. Es bewahrt das Fett in den Zellmembranen vor der Lipidperoxidation. Diese kann beginnen in einem Molekül und löst dann eine Reaktionskette aus, die dazu führt, das die Blutgefässe im Gehirn verstopfen. Bei einem Versuch der Harvard Medical School zusammen mit dem Rush Institute for Healthy Aging in Chicago an 633 Testpersonen, die Vitamin - E - Ergänzungspräparate einnahmen, wurden alle Teilnehmer von der Alzheimer-Krankheit verschont. Die Dosen lagen allerdings wesentlich höher als die von der DGE empfohlenen. Von amerikanischer Seite werden 800 mg° täglich empfohlen. Gem. Medical Tribune kann Vitamin E verhindern, dass nach Alkoholexzessen allzuviele Hirnzellen absterben.
Bei Gelenkrheuma soll eine Vitamin - E - Kapsel mit 800 i.E. über einen langen Zeitraum genommen die Anschwellungen zum großen Teil beseitigt haben. 30% der Patienten waren nach dreimonatiger Behandlung völlig beschwerdefrei, bei ca. 60% war eine weitere Behandlung nicht mehr erforderlich.
Mangel kommt kaum vor, z.B. bei fettarmer Ernährung oder gestörter Fettabsorption: Allergische Reaktionen, Verdauungsstörungen, z.B.verminderte Fettaufnahme, Störungen der Produktion von Galle und Sekreten der Bauchspeicheldrüse. Beeinträchtigungen von Muskeln und Nerven. Darmentzündungen. - Leistungssportler haben erhöhten Bedarf, weil sie mehr Sauerstoff verbrauchen und mehr freie Radikale bilden.
Dieses Vitamin geht durch Erhitzen, Sauerstoff, Licht und Verarbeitung der Lebensmittel zum großen Teil verloren.
Überdosierung: Ein Übermaß an Vitamin-E-Präparaten kann zu Kopfschmerzen, Lippenrissen, Magen-/Darmbeschwerden, Thrombose, gehemmter Blutgerinnung, Blutungen und mangelnder Fruchtbarkeit führen. Die Aufnahme von Vitamin A und K kann gehemmt werden. Seine Wirkung kann bei gleichzeitiger Aufnahme von Eisenpräparaten verringert werden. Extrem hohe Dosen beeinträchtigen die Blutgerinnung. US-Vitaminexperte Victor Herbert warnt vor der Einnahme von Vitamin-E-Supplementen. Überschießende Lymphozytenaktivitäten könnten die Folge sein.
04. °John-Hopkins University, Baltimore: Bei einer Studie, an der 136.000 Patienten teilnahmen, sollte klargestellt werden, dass Vitamin - E-Kapseln Herzkrankheiten vorbeugen. Das Ergebnis ergab das Gegenteil. Wer 400 (= 280 - 400 mg) oder sogar 800 (= 560 - 800 mg) internationale Einheiten zu sich nimmt, erhöht das Risiko, frühzeitig zu sterben, um 10%.
Vorkommen in: Bierhefe, Butter, Leber, Eigelb, Hering, Truthahn und Milchprodukten; in Aloe, Avocados, Bananen, Baumwollsamenöl, grünem Blattgemüse (Grünkohl), Brunnenkresse, Edelkastanien, Erbsen, Erdnüssen, Gerstengrassaft, grünem Tee, Grünkohl, Hafer, Haselnüssen, Himbeeren, Keimen, Keimölen, Kohl, Kokosnüssen, Kresse, (Öl-)Kürbiskernen (!), Leinsamen, Mais, Mandeln, Mangos, Nüssen überhaupt, Olivenöl, auch in anderen Pflanzenölen (Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeim-, Raps, Sanddornkernöl, Soja-, Walnuss- und Weizenkeimöl (das von Natur aus an Vitamin E reichste Lebensmittel (215 mg/100 g), wie überhaupt die Pflanzenöle die reichsten Vorkommen an Vitamin E aufweisen, das allerdings durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren nicht insgesamt zur Verfügung steht und auch nur, wenn sie kaltgepresst sind), Paprika, Pflaumen, Quinoa, Salat, Samen, Soja, Sonnenblumenkernen, Schwarzwurzeln, Spargel, Spirulina (Mikroalgen), Vollkornprodukten, Weizenkeimen, Weizengras (!), Wirsing.
Täglich 14 mg für Männer und 12 mg für Frauen reichen gem. DGE für gesunde Personen aus, wenn genügend Vitamin C zur Regenerierung vorhanden ist. Andere Autoren geben weitaus höhere Mengen an zur Vorbeugung von Krebs, Arteriosklerose, Herzerkrankungen und Schlaganfall, gegen Alzheimer und Rheuma, sie empfehlen eine bis zu 5- bzw. zehnfache Menge. Das Institute of Medicine in Washington nennt 1000 mg als Obergrenze. - Reduziert zusammen mit Vitamin C die Folgen des Sonnenbrandes (1000 i.E.). Ist es zu 5 - 10% in Sonnenschutzcremes enthalten, kommt es zumeist nicht zu einer Mallorca-Akne. Am besten 1 Woche vor der Urlaubsreise in den Süden mit der Vitamin E - Aufnahme beginnen. Typ 2 - Diabetiker benötigen wegen der gesteigerten Thromboxansynthese eine erhöhte Menge (bis 400 mg/Tag), das gleiche gilt für Raucher.